Der BVL-Vorsitzende Martin Lohmann zum Abschluß der "Woche für das Leben"
"Woche für das Leben" ist notwendiger Weckruf für eine Gesellschaft, in der es viel zu viel selbst verordnete Taubheit gibt.
„Der Einsatz der Christen für die Unantastbarkeit des Lebensrechtes bleibt auch nach dieser 20. „Woche
für das Leben“ unverzichtbar. Es ist gut und notwendig, dass sich die beiden großen Kirchen Jahr für Jahr
durch eine eigene Themenwoche deutlich zu Wort melden in unserer Gesellschaft. Es ist nach wie vor
äußerst mühsam, in Deutschland ein sensibleres Bewusstsein für die unbedingte Würde eines jeden
Menschen zu schaffen. Die Erkenntnis, dass jeder Mensch ein nicht diskutierbares Recht auf Leben von
der Zeugung bis zum natürlichen Ende hat, ist immer noch nicht Allgemeingut geworden.
Wenn nun unter dem Leitwort „Gesunde Verhältnisse“ versucht wurde, darauf aufmerksam zu machen,
dass jeder Mensch – ob gesund oder krank, arm oder reich – von Gott geliebt ist, dann ist zu hoffen, dass
mit dem Ende dieser „Woche für das Leben“ nicht in den lebensfeindlichen Alltag zurückgefallen wird. Die
„Woche für das Leben“, die leider inzwischen vielfach gar nicht mehr wahrgenommen wird, darf keine
jährliche Episode bleiben, die man allenfalls freundlich zur Kenntnis nimmt. Die nach wie vor hohen Abtreibungszahlen
und die verdunstende Furcht vor der Euthanasie lassen Schlimmes befürchten. Denn den
jährlichen „Wochen für das Leben“ stehen weit mehr als 100.000 anscheinend legale Kindestötungen
während des Jahres gegenüber. Das darf und kann niemanden beruhigen.
Von den Kirchen ist zu wünschen, dass sie ihr vor einigen Jahrzehnten erarbeitetes gemeinsames Papier
„Gott ist ein Freund des Lebens“ aktualisieren und gegen alle möglichen Widerstände in die Mitte der Gesellschaft
tragen. Das gemeinsame Zeugnis für das Leben ist ein eigentlich selbstverständlich ökumenischer
Auftrag. Vom Deutschen Bundestag erwarten wir, dass sie den bereits vor vielen Jahren vom Bundesverfassungsgericht
bekommenen Auftrag zur Überprüfung der geltenden Abtreibungsregelung endlich
wahrnimmt und der Tatsache ins Auge sieht, dass die geltende Gesetzesregelung ihr Ziel zu einem besseren
Lebensschutz ungeborener Kinder eklatant verfehlt hat. Und von den Medien ist zu hoffen, dass sie
ihrer Verantwortung durch Aufklärung im Sinne des Lebensschutzes durch mehr Ehrfurcht vor der Unantastbarkeit
des Lebensrechtes besser gerecht werden.
Solange wir noch eine „Woche“ für das Leben brauchen, ist dies ein Armutszeugnis für die ganze Gesellschaft.
Aber diese Woche ist ein notwendiger Weckruf für eine Gesellschaft, in der es viel zu viel selbstverordnete
Taubheit gibt. Zu einem echten Weckruf gehört aber ganz sicher der Hinweis auf mehr als
100.000 Abtreibungen. Wenn dies nicht mehr thematisiert wird, besteht die Gefahr, dass aus einem
Weckruf ein Schlaflied wird“.

