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Göring-Eckardt: PID birgt gefährliches Heilsversprechen

EKD-Synodenpräses: Selektion, bevor das Kind im Mutterleib ist

(07.04.2011)

München (idea) - Dem Glauben, man könne durch Präimplantationsdiagnostik (PID) bestimmte Leiden verhindern, liegt ein „gefährliches Heilsversprechen“ zugrunde. Diese Meinung vertrat die Präses der EKD-Synode, Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen) in einem vom Bayerischen Rundfunk produzierten Dokumentarfilm. „Risiko Kind“ wurde am 16. März in der ARD ausgestrahlt. Mit der PID werden künstlich befruchtete Eizellen vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf mögliche genetische Defekte untersucht und gegebenenfalls vernichtet. Nach Ansicht von Göring-Eckardt wird durch das Verfahren „Selektion betrieben, bevor das Kind im Mutterleib ist“. Es sei zu befürchten, dass PID zur Regeluntersuchung werde. Dies bringe „hohe Belastungen“ für Menschen mit sich, die heute mit Behinderungen leben. Auch die bayerische Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler (München) erklärte, dass die PID Frauen unter Druck setze, perfektes Leben zu gebären. Dadurch würden sie zu den „neuen Sklavinnen der Gesellschaft“. Hingegen sei es nötig, Leiden anzunehmen: „Eine Gesellschaft, die Leid vermeiden will, wird unmenschlicher.“ Oft führten genetische Defekte nur zu einem leichten Krankheitsbild, mit dem die Betroffenen leben könnten. Auch nach Ansicht des katholischen Moraltheologen Prof. Eberhard Schockenhoff (Freiburg im Breisgau) besteht die Gefahr, dass über lebenswertes und unlebenswertes Leben entschieden wird. Dies sei eine „fürchterliche Anmaßung“. Werdende Eltern hätten „ein Recht auf Nicht-Wissen“.