Bundesverband Lebensrecht e. V.


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Martin Lohmann

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Der Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL), Martin Lohmann, erklärt zum Urteil des BGH zur Präimplantationsdiagnostik (PID):

Der mit Hilfe des BGH nunmehr gefundene vermeintliche Fortschritt ist in Wahrheit ein tödlicher Rückschritt.

(06.07.2010)

"Der BGH hat ein höchst problematisches Urteil gefällt, das sich letztlich als ein Angriff
auf den Lebensschutz in Deutschland erweisen wird. Es widerspricht der Intention des
Embryonenschutzgesetzes und höhlt den ursprünglich beabsichtigten Schutz
menschlichen Lebens von Anfang an aus. Jetzt sind nämlich einer Selektion Tür und Tor
geöffnet. Leider. Das ist wirklich ein schlimmer Tag für die Unantastbarkeit der Würde
des Menschen. Denn es geht um bereits entstandene kleine Menschen, die künftig unter
bestimmten Umständen keinen Schutz mehr bekommen. Hier schleicht sich die
verbrauchende Embryonenforschung durch die Hintertür in den Alltag. Am Ende bleiben
nur noch „PID-geprüfte“ Kinder übrig, während die „Aussortierten“ getötet werden. Der
mit Hilfe des BGH nunmehr gefundene vermeintliche Fortschritt ist in Wahrheit ein
tödlicher Rückschritt. Auf der Strecke bleibt die Ehrfurcht vor dem Leben. Eine technisch
perfekte Selektion wird auf Kosten des Lebensrechts für eine Unkultur des Todes
erreicht. Zudem ist die jetzt mögliche Auswahl zwischen guter und schlechter „Ware“
eine schallende Ohrfeige für alle Behinderten, die durch einen obersten Richterspruch
regelrecht diskriminiert werden.
Was wir hingegen dringend brauchen, ist nicht weniger, sondern mehr Ehrfurcht. Nicht
weniger, sondern mehr Leben. Nicht weniger Unantastbarkeit, sondern mehr Respekt
und Schutz. Wir fordern die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag sowie das
Bundesverfassungsgericht auf, den Embryonenschutz rasch wiederherzustellen.“