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Abtreibungszahlen sind unvollständig

ALfA fordert ehrliche Statistik und offene Debatte über weiterhin hohe Abtreibungszahlen

(10.03.2017)

Zur Veröffentlichung der Abtreibungszahlen für das Jahr 2016 erklärte Alexandra Linder, Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle e.V., heute in Augsburg:
 
„Ein tatsächliches Sinken der Abtreibungszahlen wäre auch für uns eine sehr gute Nachricht. Die vom Statistischen Bundesamt genannte Zahl von 98.721, verbunden mit der Erfolgsmeldung stetig sinkender Tendenz, kann jedoch einer seriösen objektiven Überprüfung nicht standhalten.
 
So wird zunächst verschwiegen, dass der Anteil der Abtreibungen, gerechnet auf 10.000 Frauen im gebärfähigen Alter, keineswegs gesunken, sondern laut Statistischem Bundesamt mit 56 Abtreibungen seit 2014 konstant ist, weil die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter seit vielen Jahren sinkt. In der Altersgruppe zwischen 25 und 40 Jahren sind die Abtreibungen verglichen mit den Vorjahren sogar gestiegen.
 
Des weiteren ist die Statistik des Bundesamtes weder vollständig noch gibt es irgendeinen Kontrollmechanismus, um eine realitätsnahe Statistik zu erhalten. Abtreibungen, die im Ausland vorgenommen oder in Deutschland verschleiernd unter anderen Rubriken abgerechnet werden, werden ebenfalls nicht erfasst.
 
Außerdem fehlt die Berücksichtigung der so genannten „Pille danach“, die immerhin bis zu fünf Tage nach dem Geschlechtsverkehr „wirken“ und damit sehr wohl auch Frühabtreibungen zwischen Zeugung und Einnistung verursachen kann. Geht man bei den etwa 700.000 verkauften Packungen des Jahres 2016 niedriggerechnet nur von 10 % frühabtreibender Wirkung aus, sind die Abtreibungszahlen noch deutlich höher anzusetzen.
 
Die Wirkung eines Gesetzes kann man nur prüfen, wenn Zahlen und Fakten weder verschleiert noch schöngeredet werden. Alles zusammengenommen, sinken nur die tatsächlich gemeldeten Abtreibungszahlen. Und man sollte sich Gedanken darüber machen, warum etwa 95.000 statistisch erfasste Frauen in einem der wohlhabendsten und sichersten Länder der Welt die Tötung ihres eigenen Kindes aus „sozialen Gründen“ für eine Lösung halten.
 
Die ALfA fordert eine ehrliche Statistik und eine offene Debatte darüber, wie man die Abtreibungszahlen wirklich senken kann. In den Staaten, in denen Abtreibung legal ist oder als legal betrachtet wird, ist nämlich zu beobachten, dass die Zahlen unverändert hoch sind oder steigen. Im Zusammenhang mit der Menschenwürde des Kindes vor der Geburt ist hier ein schnelles Umdenken dringend erforderlich, statt sich auf mangelhaften Statistiken auszuruhen.“

 

Die Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) tritt für das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen ein – ob vor oder nach der Geburt, behindert oder nicht, krank oder gesund, alt oder jung. Die ALfA hat mehr als 11.000 Mitglieder und ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (BVL).

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